Glossar
Nachlauf
Als Nachlauf wird in der Logistik der Transportabschnitt bezeichnet, der sich an den Haupttransport einer Sendung anschließt und die Ware vom Ankunftsort des Hauptlaufs bis zu ihrem weiteren beziehungsweise endgültigen Bestimmungsort befördert. Bei internationalen Transporten kann dies beispielsweise der Transport vom Seehafen, Flughafen oder Bahnterminal zum Lager oder direkt zum Empfänger sein.
Ein typisches Beispiel ist ein Seefrachtimport aus China nach Deutschland. Der internationale Hauptlauf endet beispielsweise mit der Ankunft des Containers im Hafen Hamburg. Wird der Container anschließend per Lkw vom Hafen zum Lager des Importeurs transportiert, stellt dieser Transportabschnitt den Nachlauf dar.
Der Nachlauf ist jedoch nicht auf die Seefracht beschränkt. Auch bei Luft-, Bahn- und multimodalen Transporten gibt es entsprechende Nachläufe. Eine Luftfrachtsendung kann beispielsweise nach ihrer Ankunft am Flughafen Frankfurt per Lkw zum Empfänger weitertransportiert werden. Bei einer Bahnfracht kann der Nachlauf vom Ankunftsterminal bis zum endgültigen Bestimmungsort ebenfalls per Lkw erfolgen.
Welches Transportmittel im Nachlauf eingesetzt wird, hängt von der jeweiligen Transportkette ab. Besonders häufig erfolgt der Nachlauf per Lkw, möglich sind jedoch auch Bahn, Binnenschiff oder eine Kombination verschiedener Verkehrsträger. Bei einem Seecontainer wird der anschließende Straßentransport vom Hafen beziehungsweise Terminal beispielsweise häufig als Container-Trucking bezeichnet.
Zum Nachlauf können neben der eigentlichen Beförderung weitere logistische Prozesse gehören oder mit diesem verbunden sein. Dazu zählen beispielsweise die Abholung am Terminal, Terminvereinbarung für die Zustellung, Übergabe an ein Lager oder Fulfillment-Center sowie die Rückführung eines leeren Containers. Welche Leistungen Bestandteil des vereinbarten Nachlaufs sind, hängt vom jeweiligen Transportauftrag ab.
Bei internationalen Importen muss außerdem die Zollabwicklung berücksichtigt werden. Je nach gewähltem Zollverfahren kann die Ware bereits am Ankunftsort zollrechtlich abgefertigt werden oder unter einem entsprechenden Zollverfahren zu einem anderen Ort weiterbefördert werden. Der physische Nachlauf und die zollrechtliche Abwicklung sind daher miteinander verbunden, aber nicht dasselbe.
Das Gegenstück zum Nachlauf ist der Vorlauf. Dieser bezeichnet den Transport vom ursprünglichen Abholort – beispielsweise dem Werk oder Lager des Lieferanten – bis zum Ausgangspunkt des Haupttransports. Bei einer Seefracht kann dies der Lkw-Transport vom chinesischen Lieferanten zum Abgangshafen sein. Hauptlauf und Nachlauf schließen sich anschließend daran an.
Bei einer vollständigen Door-to-Door-Transportlösung werden Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf zu einer durchgängigen Transportkette verbunden. Der Kunde muss die einzelnen Transportabschnitte dadurch nicht zwangsläufig separat organisieren.
Die Planung des Nachlaufs ist ein wichtiger Bestandteil der Gesamtkalkulation eines Imports. Neben der eigentlichen Frachtrate können beispielsweise Terminal-, Handling-, Maut-, Zustell- oder Wartezeitkosten entstehen. Bei Containertransporten können Verzögerungen außerdem zu zusätzlichen Kosten wie Detention oder Demurrage führen. Deshalb sollte der Nachlauf möglichst bereits bei der Planung des internationalen Haupttransports berücksichtigt werden.