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Abgangshafen / Zielhafen

Der Abgangshafen ist der Hafen, von dem eine Seefrachtsendung ihre internationale Transportstrecke beginnt; der Zielhafen ist der Hafen, an dem sie am Ende dieser Seestrecke ankommt. Die beiden Häfen bilden damit die Ausgangs- und Endpunkte des eigentlichen Seetransports, sind jedoch nicht zwangsläufig der ursprüngliche Abholort beziehungsweise endgültige Lieferort der Ware.

Der Abgangshafen wird häufig auch als Ladehafen (Port of Loading / POL) bezeichnet. Dort wird die Ware beziehungsweise der Container für den Haupttransport auf das Schiff verladen. Der Zielhafen – auch Bestimmungshafen (Port of Discharge / POD) genannt – ist entsprechend der Hafen, an dem der Container beziehungsweise die Ware vom Schiff entladen wird.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen importiert Waren von einem Hersteller in Brasilien nach Deutschland. Die Ware wird zunächst per Lkw vom Hersteller zum Abgangshafen Santos transportiert. Von dort erfolgt die Seefracht nach Hamburg. Santos ist in diesem Fall der Abgangshafen und Hamburg der Zielhafen. Die anschließende Beförderung von Hamburg zum Lager des Importeurs gehört dagegen zum Nachlauf und nicht mehr zur eigentlichen Hafen-zu-Hafen-Seefracht.

Abgangs- und Zielhafen sind deshalb von Abholort und endgültigem Bestimmungsort zu unterscheiden. Bei einer Door-to-Door-Transportlösung können vor und nach dem eigentlichen Seetransport weitere Transportabschnitte liegen. Der Abgangshafen ist dann lediglich der Übergang vom Vorlauf zum Seetransport und der Zielhafen der Übergang vom Seetransport zur weiteren Abwicklung beziehungsweise zum Nachlauf.

Die Wahl der Häfen kann erheblichen Einfluss auf Transportkosten und Transitzeit haben. Der nächstgelegene Hafen ist nicht zwangsläufig die wirtschaftlichste Lösung. Entscheidend können beispielsweise verfügbare Schiffsverbindungen, Abfahrtsfrequenzen, Transshipment-Verbindungen, Frachtraten, Terminalkosten sowie die Kosten für Vor- und Nachlauf sein.

Auch bei Transportangeboten sollte deshalb darauf geachtet werden, welche Häfen tatsächlich angegeben sind und welche Leistungen der Preis umfasst. Eine reine Port-to-Port-Rate deckt beispielsweise grundsätzlich nicht automatisch die Abholung beim Lieferanten, die Zollabwicklung oder die Zustellung zum endgültigen Empfänger ab.

Abgangs- und Zielhafen sind damit wichtige Bezugspunkte bei der Planung und Kalkulation von Seefrachttransporten. Eine sinnvolle Auswahl berücksichtigt nicht nur die Seefrachtrate zwischen den Häfen, sondern die Kosten, Laufzeiten und Abläufe der gesamten Transportkette.

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