Glossar
Out of Stock (OOS)
Out of Stock (OOS) bedeutet, dass ein Artikel vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr auf Lager beziehungsweise nicht unmittelbar verfügbar ist. Im Handel und E-Commerce wird der Begriff verwendet, wenn der vorhandene Bestand eines Produkts aufgebraucht ist und deshalb aktuell keine weiteren Bestellungen aus dem verfügbaren Lagerbestand bedient werden können.
Ein OOS kann entstehen, wenn die Nachfrage höher als erwartet ausfällt, eine Nachbestellung zu spät erfolgt oder sich Produktion, Import oder Anlieferung verzögern. Auch fehlerhafte Bestandsdaten können dazu führen, dass ein Produkt im Warenwirtschafts- oder Shopsystem noch als verfügbar erscheint, obwohl tatsächlich kein verkaufsfähiger Bestand mehr vorhanden ist.
Gerade bei importierten Waren müssen für die Bestandsplanung häufig lange Beschaffungs- und Transportzeiten berücksichtigt werden. Wird beispielsweise ein Produkt in China produziert und anschließend per Seefracht nach Deutschland transportiert, liegen zwischen Bestellung beim Lieferanten und verfügbarer Ware im deutschen Lager unter Umständen mehrere Wochen oder Monate. Produktionszeit, Vorlauf, Haupttransport, Zollabfertigung und Nachlauf müssen deshalb in die Nachbestellplanung einbezogen werden.
Im E-Commerce kann ein Out-of-Stock neben entgangenen Verkäufen weitere Auswirkungen haben. Ein nicht verfügbares Produkt kann beispielsweise nicht mehr unmittelbar bestellt werden und Kunden können zu konkurrierenden Angeboten wechseln. Auf Marktplätzen wie Amazon kann eine länger andauernde Nichtverfügbarkeit zudem die Verkaufsentwicklung eines Artikels beeinträchtigen.
Bei Amazon FBA ist die Betrachtung des verfügbaren Bestands besonders wichtig. Waren müssen rechtzeitig produziert beziehungsweise beschafft, importiert, gegebenenfalls für FBA vorbereitet und bei Amazon eingebucht werden. Dabei sollte nicht erst dann nachbestellt werden, wenn der vorhandene Lagerbestand nahezu vollständig aufgebraucht ist, da sich eine neue Importsendung durch Produktions-, Transport- oder Abfertigungsverzögerungen verspäten kann.
Um das Risiko eines OOS zu reduzieren, arbeiten Unternehmen häufig mit einem Sicherheitsbestand. Dabei wird bewusst eine zusätzliche Warenmenge vorgehalten, um unerwartet hohe Nachfrage oder Verzögerungen innerhalb der Lieferkette abzufangen. Wann eine Nachbestellung ausgelöst werden sollte, hängt unter anderem von durchschnittlichem Absatz, vorhandener Bestandsmenge, Wiederbeschaffungszeit und gewünschtem Sicherheitsbestand ab.
Der Begriff OOS ist dabei nicht auf Amazon oder den Onlinehandel beschränkt. Er wird ebenso im stationären Handel, Großhandel, in Lagern, Produktionsunternehmen und allgemein im Bestandsmanagement verwendet. Überall dort, wo Warenbestände zur Bedienung einer Nachfrage vorgehalten werden, kann eine fehlende Verfügbarkeit als Out of Stock bezeichnet werden.
Ein OOS ist außerdem von einem Lieferengpass zu unterscheiden. Bei einem Out of Stock ist ein konkreter Artikel im betrachteten Bestand nicht verfügbar. Ein Lieferengpass beschreibt dagegen allgemeiner eine eingeschränkte oder verzögerte Verfügbarkeit innerhalb der Beschaffungs- beziehungsweise Lieferkette und kann letztlich dazu führen, dass ein Unternehmen OOS geht.
Eine vorausschauende Beschaffungs- und Bestandsplanung ist daher insbesondere bei internationalen Importen wichtig. Je länger und schwankungsanfälliger die Wiederbeschaffungszeit ist, desto früher sollte geprüft werden, wann eine Nachbestellung erforderlich ist, damit neue Ware möglichst verfügbar ist, bevor der bestehende Bestand vollständig aufgebraucht wurde.