Glossar
Palettierung
Palettierung bezeichnet das systematische Zusammenstellen und Sichern von Waren oder Packstücken auf einer Palette, sodass sie als gemeinsame Ladeeinheit gelagert, umgeschlagen und transportiert werden können. Ziel ist es, die Handhabung der Ware zu vereinfachen, Umschlagprozesse zu beschleunigen und die Sendung während Lagerung und Transport möglichst stabil und sicher zu halten.
Bei der Palettierung werden beispielsweise mehrere Masterkartons nach einem festgelegten Schema auf einer Palette angeordnet. Anschließend wird die Ladung je nach Ware und Transportanforderung beispielsweise mit Stretchfolie, Umreifungsbändern, Kantenschutz oder anderen Sicherungsmitteln stabilisiert. Die einzelnen Kartons können dadurch gemeinsam mit einem Gabelstapler oder Hubwagen bewegt werden.
Welche Palette verwendet wird, hängt von Transportweg, Ware und Empfängeranforderungen ab. In Europa ist die Europalette mit einem Grundmaß von 1.200 × 800 mm besonders verbreitet. Daneben werden unter anderem Industriepaletten mit 1.200 × 1.000 mm sowie weitere Palettenformate eingesetzt. Bei internationalen Transporten können Maße und verwendete Palettentypen je nach Herkunfts- und Bestimmungsland deutlich variieren.
Bei der Planung einer Palette spielen Abmessungen, Gesamtgewicht und Gewichtsverteilung eine wichtige Rolle. Schwere Kartons sollten grundsätzlich so angeordnet werden, dass eine stabile Ladeeinheit entsteht. Überstehende Kartons können leichter beschädigt werden und die Handhabung erschweren. Gleichzeitig sollte unnötiger Leerraum möglichst vermieden werden, da dieser das Transportvolumen und damit gegebenenfalls die Frachtkosten erhöht.
Palettierung kann sowohl Vorteile als auch zusätzliche Kosten verursachen. Einerseits lässt sich eine komplette Palette wesentlich schneller umschlagen als eine große Anzahl einzelner Kartons. Andererseits erhöhen die Palette selbst und gegebenenfalls zusätzlich benötigtes Verpackungsmaterial Gewicht und Transportvolumen der Sendung. Ob eine Palettierung wirtschaftlich sinnvoll oder erforderlich ist, hängt deshalb von der jeweiligen Transportlösung ab.
Bei LCL-Seefracht können palettierte Waren beispielsweise besser als zusammenhängende Ladeeinheit gehandhabt werden und zusätzlichen Schutz bei den mehrfachen Umschlagprozessen bieten. Gleichzeitig kann die Palette das abrechnungsrelevante Volumen erhöhen. Bei einer FCL-Sendung kann dagegen abhängig von Ware und Entladebedingungen auch eine lose Beladung der Kartons in den Container – häufig als Floor Loading bezeichnet – sinnvoll sein, um den verfügbaren Containerraum möglichst effizient auszunutzen.
Auch bei Luft-, Bahn- und Straßentransporten spielt Palettierung eine wichtige Rolle. Im Straßengüterverkehr werden beispielsweise häufig Europaletten verwendet. In der Luftfracht können Waren auf Transportpaletten für den Vor- und Nachlauf angeliefert werden; für den eigentlichen Lufttransport kommen zusätzlich spezielle Luftfracht-Ladeeinheiten wie ULDs zum Einsatz. Diese sind von gewöhnlichen Transportpaletten zu unterscheiden.
Bei internationalen Transporten muss außerdem berücksichtigt werden, aus welchem Material die Palette besteht. Werden Holzpaletten im internationalen Warenverkehr eingesetzt, können abhängig von den beteiligten Ländern pflanzengesundheitliche Anforderungen gelten. Besonders relevant ist der internationale Standard ISPM 15, der für bestimmtes Verpackungsholz unter anderem eine vorgeschriebene Behandlung und entsprechende Kennzeichnung vorsieht. Bei Importen und Exporten sollte daher geprüft werden, welche Anforderungen für die konkrete Route gelten.
Auch Empfänger, Lager, Fulfillment-Dienstleister oder Marktplätze können eigene Palettierungs- und Anlieferungsvorgaben festlegen. Bei einer Anlieferung an ein Amazon-FBA-Lager können beispielsweise Anforderungen an Palettentyp, maximale Höhe und Gewicht, Sicherung und Kennzeichnung gelten. Solche Vorgaben sollten bereits vor der Palettierung berücksichtigt werden.
Eine sinnvoll geplante Palettierung kann somit Transportschäden und Handlingaufwand reduzieren und die Be- und Entladung beschleunigen. Gleichzeitig sollten Palettenmaß, Stapelhöhe, Gewicht, Warenanordnung und Ladungssicherung möglichst bereits bei der Transportplanung berücksichtigt werden, damit die Ladeeinheit sowohl für den gewählten Verkehrsträger als auch für den späteren Empfänger geeignet ist.