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Reederei / Reeder

Eine Reederei ist ein Unternehmen der Schifffahrt, das Schiffe betreibt beziehungsweise Schifffahrtsleistungen anbietet und insbesondere in der Seefracht für die Beförderung von Waren auf dem Seeweg eine zentrale Rolle spielt. Als Reeder wird rechtlich derjenige bezeichnet, der ein ihm gehörendes Schiff zum Erwerb durch Seefahrt betreibt. Im alltäglichen Sprachgebrauch der Logistik werden „Reederei“ und „Reeder“ teilweise vereinfachend verwendet, obwohl die Begriffe rechtlich nicht vollständig gleichbedeutend sind.

In der internationalen Containerlogistik sind Reedereien insbesondere für den Seetransport zwischen den Häfen verantwortlich. Sie betreiben beziehungsweise vermarkten regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen verschiedenen Regionen und Häfen und stellen Transportkapazitäten für Container zur Verfügung. Bekannte Containerreedereien sind beispielsweise Maersk, MSC, CMA CGM, COSCO oder Hapag-Lloyd.

Ein Importeur muss die Seefracht dabei nicht zwangsläufig direkt bei einer Reederei buchen. Häufig übernimmt ein Spediteur beziehungsweise Logistikdienstleister die Organisation des Transports und bucht die benötigte Kapazität bei einer geeigneten Reederei. Der Importeur kann dadurch einen Ansprechpartner für mehrere Abschnitte seiner Transportkette haben, während im Hintergrund verschiedene Frachtführer und weitere Dienstleister eingesetzt werden.

Ein Beispiel: Importiert ein deutsches Unternehmen einen Container aus China und beauftragt Import-Team.de mit der Transportorganisation, kann Import-Team.de eine geeignete Seeverbindung auswählen und die benötigte Transportkapazität bei einer Reederei beziehungsweise über entsprechende Logistikpartner buchen. Die Reederei übernimmt den vereinbarten Seetransport, während weitere Leistungen wie Vorlauf, Zollabwicklung und Nachlauf separat organisiert beziehungsweise zu einer durchgängigen Transportlösung verbunden werden können.

Zum Leistungsbereich einer Containerreederei gehört nicht ausschließlich die eigentliche Fahrt des Schiffes. Abhängig von der gebuchten Transportleistung können auch Prozesse wie Bereitstellung und Rücknahme von Containern, Dokumentation, Containerhandling oder die Organisation bestimmter Vor- und Nachläufe Bestandteil des Angebots sein. Welche Leistungen tatsächlich enthalten sind, hängt vom jeweiligen Beförderungsvertrag und der gebuchten Transportlösung ab.

Ein wichtiges Transportdokument in diesem Zusammenhang ist das Konnossement beziehungsweise Bill of Lading (B/L). Je nach Transportkonstellation kann die Reederei beziehungsweise der vertragliche Verfrachter ein Master Bill of Lading (MBL) ausstellen. Wird die Seefracht über einen Spediteur oder NVOCC organisiert, kann zusätzlich ein House Bill of Lading (HBL) gegenüber dem eigentlichen Versender beziehungsweise Empfänger ausgestellt werden.

Die Reederei ist außerdem vom Spediteur und Hafen- beziehungsweise Terminalbetreiber zu unterscheiden. Vereinfacht gesagt organisiert der Spediteur die Transportleistung, während die Reederei den Seetransport als Verfrachter beziehungsweise über die von ihr eingesetzten Schiffe durchführt. Ein Terminalbetreiber übernimmt dagegen insbesondere operative Prozesse wie Umschlag, Zwischenlagerung und Bereitstellung von Containern im Hafen. In der Praxis können die Vertrags- und Beteiligtenstrukturen allerdings komplexer sein.

Auch Begriffe wie Demurrage und Detention stehen häufig im Zusammenhang mit Reedereien und deren Containern. Werden vereinbarte Freizeiten überschritten, können abhängig von den jeweiligen Bedingungen zusätzliche Kosten entstehen, beispielsweise wenn ein Container zu lange im Terminal verbleibt oder nach seiner Übernahme nicht rechtzeitig zurückgegeben wird.

Reedereien sind vor allem für die See- und Binnenschifffahrt relevant. Bei Luft-, Bahn- und Straßentransporten gibt es entsprechend andere Frachtführer, beispielsweise Fluggesellschaften, Eisenbahnverkehrsunternehmen oder Lkw-Transportunternehmen. In einer multimodalen Transportkette kann eine Reederei somit für den Seetransport verantwortlich sein, während andere Frachtführer die übrigen Transportabschnitte übernehmen.

Für Importeure können sich Reedereien unter anderem hinsichtlich Fahrplänen, angelaufenen Häfen, Transitzeiten, verfügbaren Kapazitäten, Frachtraten und Transportbedingungen unterscheiden. Die Auswahl einer geeigneten Reederei beziehungsweise Verbindung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Planung einer internationalen Seefrachtsendung.

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