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Sammelcontainer

Ein Sammelcontainer ist ein Container, in dem mehrere kleinere Sendungen – häufig von unterschiedlichen Versendern beziehungsweise für unterschiedliche Empfänger – zu einem gemeinsamen Seetransport zusammengefasst werden. Er wird insbesondere bei LCL-Transporten (Less than Container Load) eingesetzt, wenn die einzelnen Warenmengen nicht groß genug sind oder es wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, für jede Sendung einen eigenen Container zu buchen.

Vor dem Seetransport werden die einzelnen Sendungen zunächst an einem Konsolidierungspunkt, häufig einer Container Freight Station (CFS), zusammengeführt. Dort werden die verschiedenen Warenpartien entsprechend der geplanten Verbindung zu einem Sammelcontainer konsolidiert und anschließend gemeinsam zum Bestimmungshafen transportiert.

Ein Beispiel: Drei Importeure haben jeweils eine Sendung von 5 m³ aus China nach Deutschland. Statt für jede dieser Sendungen einen eigenen Container zu buchen, können die Waren – sofern Route, Termine und weitere Voraussetzungen zusammenpassen – in einem gemeinsam genutzten Container nach Europa transportiert werden. Jeder Importeur bezahlt dabei grundsätzlich nur die auf seine Sendung entfallenden Transport- und Abfertigungskosten entsprechend der jeweiligen Frachttarife.

Nach der Ankunft am Bestimmungsort wird der Sammelcontainer wieder geöffnet und die einzelnen Warenpartien werden voneinander getrennt. Dieser Vorgang wird als Dekonsolidierung bezeichnet. Anschließend können die jeweiligen Sendungen zollrechtlich abgefertigt und für den weiteren Nachlauf zu ihren Empfängern bereitgestellt werden.

Der Sammelcontainer ist damit eng mit LCL (Less than Container Load) verbunden. LCL bezeichnet die Transportform beziehungsweise die einzelne Teilsendung, während der Sammelcontainer die physische Transporteinheit darstellt, in der mehrere dieser Sendungen gemeinsam befördert werden. Das Gegenstück ist grundsätzlich der FCL-Transport (Full Container Load), bei dem ein kompletter Container für eine einzelne Sendung beziehungsweise einen Auftraggeber gebucht wird.

Ein Vorteil des Sammelcontainers besteht darin, dass kleinere Sendungen keinen eigenen vollständigen Container benötigen. Dadurch kann Seefracht auch bei vergleichsweise geringen Warenmengen wirtschaftlich genutzt werden. Die vorhandene Containerkapazität wird auf mehrere Sendungen verteilt.

Gleichzeitig entstehen gegenüber einem FCL-Transport zusätzliche Konsolidierungs-, Handling- und Dekonsolidierungsprozesse. Die Ware wird häufiger bewegt und muss gemeinsam mit anderen Sendungen abgefertigt werden. Deshalb ist insbesondere bei empfindlicher Ware eine stabile, für mehrfache Umschlagvorgänge geeignete Verpackung wichtig.

Auch die Laufzeit kann durch diese zusätzlichen Prozesse beeinflusst werden. Die einzelnen Sendungen müssen vor Abfahrt rechtzeitig am Konsolidierungspunkt eintreffen und nach Ankunft wieder getrennt werden. Zudem können Kontrollen oder Unregelmäßigkeiten bei einzelnen Warenpartien je nach konkreter Situation Auswirkungen auf die Bereitstellung weiterer Sendungen aus demselben Container haben.

Die gemeinsame Beförderung bedeutet jedoch nicht, dass die verschiedenen Warenpartien zollrechtlich oder wirtschaftlich zu einer einzigen Sendung werden. Die einzelnen LCL-Sendungen bleiben den jeweiligen Beteiligten zugeordnet und werden anhand ihrer eigenen Waren- und Transportdokumente entsprechend abgewickelt.

Der Begriff Sammelcontainer wird vor allem in der Seefracht verwendet. Das zugrunde liegende Prinzip der Konsolidierung existiert jedoch auch bei anderen Transportarten. In der Luftfracht werden beispielsweise mehrere kleinere Sendungen zu Sammelluftfrachten gebündelt, während im Straßengüterverkehr Sammelgut- und LTL-Verkehre vergleichbare wirtschaftliche Grundprinzipien nutzen. Dort wird allerdings nicht von einem Sammelcontainer im hier beschriebenen seefrachtbezogenen Sinn gesprochen.

Ein Sammelcontainer ermöglicht damit insbesondere kleineren und mittelgroßen Seefrachtsendungen eine wirtschaftliche Nutzung von Containertransporten, ohne dass der Importeur die Kosten und Kapazität eines eigenen Containers übernehmen muss.

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