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Spedition / Spediteur

Eine Spedition ist ein Unternehmen, das die Beförderung von Waren organisiert. Der Spediteur plant und koordiniert dabei die Transportkette und beauftragt je nach Transportlösung geeignete Frachtführer und weitere Dienstleister. Er muss den eigentlichen Transport daher nicht zwingend mit eigenen Fahrzeugen, Schiffen oder Flugzeugen durchführen.

Die zentrale Aufgabe einer Spedition besteht darin, für eine Sendung eine geeignete Transportlösung zu organisieren. Dazu können beispielsweise die Auswahl von Verkehrsträgern und Transportpartnern, die Buchung von Frachtraum, die Koordination von Abhol- und Lieferterminen sowie die Abstimmung verschiedener Transportabschnitte gehören.

Bei einem internationalen Import kann eine Spedition beispielsweise den Vorlauf vom Lieferanten zum Abgangshafen, den internationalen Haupttransport und den anschließenden Nachlauf zum Empfänger organisieren. Abhängig vom Leistungsumfang können außerdem Zollabwicklung, Transportversicherung, Dokumentenmanagement, Lagerung oder weitere logistische Dienstleistungen koordiniert beziehungsweise angeboten werden.

Ein Beispiel: Ein deutsches Unternehmen kauft Waren bei einem Lieferanten in Indien und beauftragt eine Spedition mit einer Door-to-Door-Transportlösung. Die Spedition kann daraufhin einen lokalen Partner für die Abholung einsetzen, Frachtraum bei einer Reederei buchen, die erforderlichen Abläufe am Hafen koordinieren und nach der Ankunft in Europa einen Lkw-Frachtführer für den Nachlauf zum deutschen Empfänger beauftragen. Für den Kunden wird dadurch eine aus mehreren Beteiligten bestehende Transportkette koordiniert.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zwischen Spediteur und Frachtführer. Der Spediteur übernimmt grundsätzlich die Organisation der Beförderung, während der Frachtführer die tatsächliche Beförderung der Ware ausführt. Ein Lkw-Unternehmen, das die Ware mit seinem Fahrzeug transportiert, kann beispielsweise Frachtführer sein, während eine Spedition diesen Transport im Auftrag ihres Kunden organisiert.

Diese Trennung ist in der Praxis jedoch nicht immer eindeutig. Eine Spedition kann unter bestimmten Voraussetzungen selbst die Stellung eines Frachtführers einnehmen, beispielsweise wenn sie die Beförderung als eigene Leistung übernimmt oder entsprechende gesetzliche Voraussetzungen vorliegen. Deshalb lässt sich die rechtliche Rolle eines Unternehmens im Schadensfall nicht allein anhand seiner Bezeichnung als „Spedition“ bestimmen.

Speditionen können sowohl einzelne Verkehrsträger als auch multimodale Transportketten organisieren. Sie sind daher nicht auf den Straßengüterverkehr beschränkt. Internationale Speditionen koordinieren beispielsweise See-, Luft-, Bahn- und Lkw-Transporte und kombinieren diese bei Bedarf innerhalb einer durchgängigen Transportlösung.

Dabei arbeitet eine Spedition mit unterschiedlichen Beteiligten zusammen. Hierzu können unter anderem Reedereien, Fluggesellschaften, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Lkw-Frachtführer, Handling-Agenturen, Terminalbetreiber, Lager- und Fulfillment-Dienstleister sowie Zollvertreter gehören. Die Spedition bildet damit häufig eine zentrale organisatorische Schnittstelle zwischen Auftraggeber und den verschiedenen Beteiligten der Lieferkette.

Die Beauftragung einer Spedition bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sämtliche Leistungen rund um einen Import im Auftrag enthalten sind. Welche Aufgaben übernommen werden, richtet sich nach dem konkreten Angebot beziehungsweise Speditionsvertrag. Beispielsweise können Zollabfertigung, Transportversicherung, Vor- und Nachlauf oder besondere Handling-Leistungen eingeschlossen oder separat zu beauftragen sein.

Auch die Haftung eines Spediteurs ist von einer Transportversicherung zu unterscheiden. Ob und in welcher Höhe eine Spedition für Verlust oder Beschädigung einer Ware haftet, hängt unter anderem von ihrer konkreten rechtlichen Stellung, den anwendbaren gesetzlichen Vorschriften und den vereinbarten Vertragsbedingungen ab. Eine bestehende Haftung bedeutet daher nicht automatisch, dass der vollständige Warenwert abgesichert ist.

Eine Spedition übernimmt somit eine zentrale Rolle bei der Planung und Koordination nationaler und internationaler Lieferketten. Insbesondere bei komplexen Importen ermöglicht sie es dem Auftraggeber, verschiedene Transportabschnitte und beteiligte Dienstleister über einen zentralen Ansprechpartner organisieren zu lassen.

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