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Transitzeit

Die Transitzeit bezeichnet die Zeitspanne, die eine Sendung für einen bestimmten Transportabschnitt oder eine definierte Transportstrecke benötigt. Sie kann sich beispielsweise auf den Haupttransport zwischen zwei Häfen, Flughäfen oder Terminals beziehen oder – bei einer entsprechend definierten Door-to-Door-Lösung – auf einen größeren Teil der gesamten Transportkette. Welche Zeiträume in einer angegebenen Transitzeit enthalten sind, hängt daher immer von den festgelegten Start- und Endpunkten ab.

Bei einer Seefracht kann die Transitzeit beispielsweise die Zeit zwischen Abfahrt des Schiffes im Abgangshafen und Ankunft im Bestimmungshafen beschreiben. Wird für eine Verbindung eine Transitzeit von 30 Tagen angegeben, bedeutet dies deshalb nicht automatisch, dass die Ware 30 Tage nach Abholung beim Lieferanten beim Empfänger eintrifft.

Zusätzlich zum eigentlichen Haupttransport müssen häufig Vorlauf, Exportabfertigung, Konsolidierung, Terminalprozesse, Zollabwicklung und Nachlauf berücksichtigt werden. Die tatsächliche Zeit zwischen Abholung beim Lieferanten und Anlieferung beim Empfänger kann deshalb deutlich länger sein als die reine Transitzeit des Haupttransports.

Ein Beispiel: Eine Sendung wird bei einem Lieferanten in den USA abgeholt und per Seefracht nach Deutschland transportiert. Die reine Transitzeit der gebuchten Schiffsverbindung kann beispielsweise nur den Zeitraum vom Abgangshafen in den USA bis zum europäischen Bestimmungshafen umfassen. Für die tatsächliche Door-to-Door-Laufzeit müssen zusätzlich die Abholung beim Lieferanten, Hafenabfertigung, mögliche Wartezeiten vor der Verschiffung, Importabfertigung und der Nachlauf zum deutschen Empfänger berücksichtigt werden.

Die Transitzeit hängt stark von der gewählten Transportart und Route ab. Luftfracht bietet grundsätzlich deutlich kürzere Hauptlaufzeiten als See- oder Bahnfracht, verursacht dafür in der Regel höhere Transportkosten. Straßentransporte können insbesondere innerhalb Europas kurze und flexible Laufzeiten ermöglichen. Welche Transportart sinnvoll ist, hängt daher unter anderem von Warenart, Sendungsgröße, Budget und gewünschtem Liefertermin ab.

Auch innerhalb derselben Transportart können sich die Transitzeiten erheblich unterscheiden. Eine Direktverbindung kann beispielsweise schneller sein als eine Route über mehrere Hubs oder Umschlagpunkte. Gleichzeitig kann eine Verbindung mit Zwischenstationen aufgrund höherer Abfahrtsfrequenzen oder besser verfügbarer Kapazitäten im konkreten Fall trotzdem die sinnvollere Lösung darstellen.

Bei der Bahnfracht kann die angegebene Transitzeit beispielsweise den Transport Terminal-to-Terminal beziehungsweise Bahnhub-to-Bahnhub beschreiben. Der Lkw-Vorlauf zum Abgangsterminal und der Nachlauf vom Empfangsterminal zum endgültigen Bestimmungsort müssen dann zusätzlich berücksichtigt werden.

Die angegebene Transitzeit ist außerdem grundsätzlich von einer garantierten Lieferzeit zu unterscheiden. Viele Transitzeiten in internationalen Transportangeboten sind geplante beziehungsweise voraussichtliche Laufzeiten. Abfahrts- und Ankunftstermine können sich durch betriebliche oder äußere Einflüsse verändern.

Zu möglichen Ursachen für Abweichungen gehören beispielsweise Hafen- oder Terminalüberlastungen, Wetterbedingungen, Streiks, fehlende Transportkapazitäten, Zollkontrollen, Flug- oder Schiffsplanänderungen sowie verpasste Anschlussverbindungen. Bei multimodalen Transporten kann sich eine Verzögerung auf einem Transportabschnitt zusätzlich auf nachfolgende Verbindungen auswirken.

Auch Begriffe wie ETD (Estimated Time of Departure) und ETA (Estimated Time of Arrival) stehen in engem Zusammenhang mit der Transitplanung. Sie geben die voraussichtliche Abfahrts- beziehungsweise Ankunftszeit eines Transportmittels oder einer Sendung an und können sich während des Transportverlaufs verändern.

Für die Beschaffungs- und Bestandsplanung sollte deshalb nicht ausschließlich mit der reinen Transitzeit gerechnet werden. Entscheidend ist vielmehr die gesamte erwartete Laufzeit vom Lieferanten bis zum Zeitpunkt, an dem die Ware tatsächlich am vorgesehenen Bestimmungsort verfügbar ist. Zusätzlich kann ein zeitlicher Sicherheitspuffer sinnvoll sein, um mögliche Verzögerungen innerhalb der Lieferkette zu berücksichtigen.

Die Transitzeit ist damit eine wichtige Kennzahl für See-, Luft-, Bahn- und Straßentransporte, sollte jedoch immer zusammen mit der konkret betrachteten Strecke und den darin enthaltenen Leistungen angegeben beziehungsweise bewertet werden. Nur so lassen sich unterschiedliche Transportangebote und Transportarten sinnvoll miteinander vergleichen.

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